Orfeo 2.0 – a baRock opera

Ist es möglich, Monteverdis „Favola in Musica“ in moderner Zeit zu produzieren und denselben atemberaubenden Effekt zu erzielen, den das Publikum vor 410 Jahren erlebt hat? Auf seiner Suche nach einer ganz reinen Form von Kommunikation wagt der Komponist Massimiliano Toni mit Orfeo 2.0 einen radikalen Schritt, geleitet vom unbedingten Wunsch, die berührende Schönheit der Musik Monteverdis voll zu zur Geltung zu bringen und sie auf eine neue, überwältigende Weise dem Publikum näherzubringen.

Nach 10-jähriger Entwicklungsphase wurde das Projekt "ORFEO 2.0 – a baRock-Oper" 2017 nun endlich konzipiert. Kurz gefasst geht es im Orfeo-Mythos um einen Mann, der den Mut hat, unerforschten Boden zu betreten und seine eigenen Grenzen zu überwinden, um einen Mann, dessen Streben nach wahrer Liebe sein eigenes Leben gefährdet. Es handelt sich also nicht nur um einen Mythos, sondern um einen zeitlosen Archetyp von Männern und Frauen, die sich zu neuen Ufern aufmachen, dabei ebenso irreale wie unerwartete Realitäten antreffen und sich immer auch gezwungen sehen, mit der Fragilität menschlicher Beziehungen umzugehen.

"La Favola di Orfeo" wurde zum ersten Mal von Monteverdi vertont, dessen Geburt in Cremona sich 2017 zum 450. Mal jährt. Massimiliano Tonis Arrangement, geschrieben für Barockorchester, Rockband und sieben Sänger, ist radikal, neu, transzendent und doch mit dem Original verknüpft: Aus diesem Grund trägt es den Titel 2.0. Innerhalb des „musikalischen Ökosystems“ von Orfeo 2.0 können viele verschiedene Genres nebeneinander ko-existieren. Verschiedene Stile werden unter den ursprünglichen Melodien von Monteverdi hörbar, die bis heute aktuell sind: Rock, Blues, Funk, Karibik-Rhythmen, progressiver Rock und manchmal sogar experimentelles musikalisches Chaos.

Während der kompletten Aufführung hat ein Toningenieur die Kontrolle über die musikalische Balance: Es ist keineswegs beabsichtigt, dem Publikum möglichst viel an Lautstärke zu präsentieren, sondern das Zusammenspiel ganz verschiedener Instrumente darzubieten und vor allem ein transparentes und verständliches Ensemble.

Die Inszenierung von Orfeo 2.0 zielt auf Funktionalität ab, daher ist die Show tatsächlich für fast jede Bühne geeignet. Dank der visuellen Projektionen kann die Aufführung an fast alle gewünschten Orte angepasst werden. Dies erzeugt eine wirklich verzaubernde Darbietung, fast schon am Rande zum Surrealen. Sie changiert beständig zwischen einer klassischen Inszenierung in einer Art Rockkonzert. Auf diese Weise ist der Zuschauer völlig frei, die Geschichte von Orfeo jederzeit mental zu betreten oder zu verlassen.

Sieben renommierte Sänger, sämtlich spezialisiert auf dem Gebiet der Barockmusik,  geben allen Charakteren auf der Bühne Leben: Der Orfeo wird vom Tenor Krystian Adam gesungen, der große Erfolge beispielsweise an der Royal Opera in London oder an der Metropolitan Opera House in New York feiert. Im Orchestergraben verbindet sich das von Werner Ehrhardt geleitete renommierte Barockensemble l‘arte del Mondo mit der italienischen Rockband PIGRECO.

Krystian Adam
Orfeo

Natalia Rubiś
Euridice / La Musica / Ninfa

Jorge Juan Morata
Pastore / Spirito / Apollo

Federico Sacchi
Caronte / Plutone / Pastore / Spirito

Francesca Lombardi Mazzulli
La Messaggera / Proserpina

Massimiliano Toni
Cembalo, Orgel & musikalische Leitung

Werner Ehrhardt
Violine & musikalische Leitung

Jean-Paul Carradori
Lichtdesign & Video-Projektionen

Oscar Mapelli
Tontechniker

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